In Methoden, Prioritäten

Pareto-Prinzip

Zugegeben, ich hatte schon eine Website. Ich habe schon viel Stunden in ihren Aufbau investiert. Vor allem die Aussagekraft für den Besucher war mir immens wichtig. Sie muss klar sein, keinen Zweifel lassen, was der Leser hier erfährt und von mir bekommt. Sie hat mir gut gefallen und war eigentlich auch ganz in Ordnung. Aber eben nur gut. Sie war nicht perfekt. Also neu machen. Aber war das notwendig?

Was bedeutet perfekt überhaupt? Wann ist etwas perfekt? Und braucht es perfekt überhaupt?

Wie schützt man sich vor überbordenden Invest in Zeit und Geld in eine Sache ohne erheblichen Mehrwert daraus für sich und andere zu generieren?

Ich gebe hier Einblick in eine fundamentale Methode, wie man es sich leichter machen kann. Das Pareto-Prinzip.

Die Erkenntnis von Vilfredo Pareto

Der italienische Ingenieur Vilfredo Pareto lebte von 1848 bis 1923 und hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt, dass 80 Prozent des italienischen Bodens von gerade mal 20 Prozent der Bevölkerung besessen worden sind. Daraus leitete sich später das Pareto-Prinzip ab. Es besagt, dass gerade mal 20 Prozent Mitteleinsatz notwendig sind, um 80 Prozent Ertrags, also einen erheblichen Großteil, zu erzielen. Das heißt folglich weiter, dass wenn wir es schaffen, die wichtigsten 20 Prozent unserer Aufgaben zu erledigen, wir damit 80 Prozent Ergebniswirkung haben. Im Umkehrschluss stehen uns 80 Prozent der Mittel für gerade mal 20 Prozent Ertrag zur Verfügung.

Wer es gerne noch etwas genau mag, vor allem auch mathematisch fundiert, der wird hier auf Wikipedia und bei pareto-prinzip.net fündig. Für meine weitere Betrachtung reicht diese einfache Erkenntnislage einmal aus.

Fokussiere dich auf wirkungsvolle Aufgaben

Also die Erkenntnis von Pareto ist vereinfacht, sich auf die ertragreichen Aufgaben zu fokussieren anstelle der ertragsschwachen, die nur viel Zeit und Aufwand kosten. Nicht überall geht es um Ertrag im eigentlichen Sinn sondern es geht vielfach ganz einfach um Wirkung. Hat mein Tun denn Wirkung? Ich erweitere also den Begriff auf wirkungsvolle Aufgaben. Das beinhaltet auch die ertragsreichen Tätigkeiten.

Da stellt uns vor zwei große Herausforderungen.

  1. Woran erkenne ich was wirklich wichtig ist und wirkt?
  2. Wenn ich das mal gefunden habe, wie bleibe ich dran?

Erkennen was wichtig ist

Ich kenne Menschen, die haben das voll drauf. Die wissen haargenau was wichtig ist zu tun und was nicht. Die müssen nicht zwingend voll strukturiert sein, sind es aber oft. Das Problem dabei ist, sie können es dir kaum erklären, weil sie es einfach können.

Also was trägt zum Gesamtziel wirkungsvoll oder ertragreich bei? Weil wir ja aber Gefangene unseres eigenen Systems sind, geben wir auch jene Punkte an, in denen wir große Sicherheit oder ganz einfach Spaß haben. Ich baue zum Beispiel gerne an Webseiten. Es hilft mir auch bestimmte Fragen zu stellen, wie „Was braucht mein Kunde wirklich von mir?“. Letztlich aber vergeude ich mein Talent, andere besser zu machen, mit meinem Halbwissen im Website-Aufbau. Da gibt es Menschen, die können das viel schneller viel besser als ich. Meine Kern-Fähigkeiten liegen woanders und sind dort besser wirksam. Aber es macht ja Spaß. Blablabla. So kommen wir, die wir uns selbst führen wollen, nicht weiter.

Tipp: Den Spieß umdrehen

Was aus Erfahrung ganz gut funktioniert ist, sich zu fragen, was passiert, wenn ich diese Aufgabe nicht erledige. Das fällt uns leichter zu beantworten und gibt Aufschluss über die Wichtigkeit dieser Aufgabe. Du musst dich kritisch fragen „braucht es diese Aufgabe oder Tätigkeit überhaupt noch“? Trägt sie wertstiftend zum Ergebnis bei oder ist es in Ordnung, wenn jemand anderer diese Aufgabe löst? Delegieren ist dann hier das Stichwort.

Fokus behalten

Wie behält man im Alltag voll Ablenkungen und stetiger Veränderung den Blick auf das Wichtige?

Also entweder hast du dermaßen hohe Klarheit zu deinem Ziel und deinen Aufgaben, dann geht das womöglich aus dem Bauch heraus. Dann treibt dich eine innere Kraft an, alles daran zu setzen voranzukommen und links und rechts liegen zu lassen.

Den meisten Menschen fehlt es aber noch an dieser Klarheit. Denn sie erfordert ein Unmenge an innerem Dialog zu der Frage nach dem Sinn des Lebens und vielen weiteren. Das benötigt ein enorm selbstkritisches Reflektieren und steht aus Erfahrung nicht vielen Menschen in dem Umfang zur Verfügung. Aber gerade erst in diesem Dialog verändert sich der Blick ständig und erfordert ein re-kalibrieren. Das habe ich so zum Beispiel bei meiner Website gespürt. Es war ein ständiger Austausch mit mir von alten Erkenntnissen und neuen, die kritisch auf den Prüfstand gestellt werden mussten. Lohnt sich auf alle Fälle. Du musst aber einiges an Energie und Zeit darin investieren. Am besten auch noch durch eine oder einen Dritten stets in Frage stellen lassen.

Was immer gut funktioniert ist aufschreiben. Sich einen Plan machen, auch wenn sich der verändert. Auch da gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Dazu in einem späteren Blog Beitrag aber mehr.

Tipp: Bilder sagen mehr als tausend Worte

Wir Menschen merken uns Bilder am einfachsten. Sie sind auch gleich mit Emotionen behaftet. Weshalb also nicht Bilder davon anfertigen, worauf wir uns fokussieren sollten? Manch einer kennt das schon von Ziel-Collagen. Das geht auch hier prima.

Also wenn du deine Kern-Aufgaben gefunden hast, male dir auf, was du tun musst. Oder klebe Bilder an deine Wand, wo du sie nicht aus den Augen verlierst. Für das Telefonieren zum Beispiel dein Lieblings-Smartphone für regelmäßiges Pause machen bei Workoholics zum Beispiel dein Lieblingsgetränk oder Lieblingsessen. Und so weiter.

Unser Gehirn übersetzt diese Bilder in Gefühle und diese Emotionen erlauben uns neue Handlungsräume uns in die richtige Richtung zu lenken und von Ablenkungen Abstand zu nehmen.

Fazit

Ein paar Prozentpunkte auf oder ab – Pareto hatte recht. Mach ihn dir zum täglichen Freund. In Beruf wie auch privat. Konzentriere dich auf deine ertragreichen und wirkungsvollen Kernaufgaben. Das sind deine 20 Prozent, die dir deine 80 Prozent Hauptertrag und beste Wirkung liefern.

Den Rest mache dann, wenn noch Zeit bleibt, streiche ihn oder delegiere an andere.

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