In Lesenswertes

ZIELE. WOHIN DAS NOCH FÜHRT.

Ziele, Ziele, Ziele

Schneller, höher, weiter. Immer häufiger sind wir von Umständen umgeben, die uns vorgeben, etwas neues erreichen zu wollen oder zu müssen. Ob wir es nun wollen oder nicht. Im Beruf sind es der Chef oder die Chefin, die uns zu neuen Höchstleistungen angeregt sehen wollen. Immerhin gilt es es ein gesundes Unternehmen zu schaffen. Sonst sieht es düster mit dem Gehalt oder der Karriere aus. Zuhause ist es oftmals die Partnerin oder der Partner, die uns antreiben das gemeinsame Glück noch weiter auszubauen. Aber auch im Hobby will man den Anschluss nicht verpassen.

So definierst du Ziele

In den meisten Fällen, egal ob im Berufsleben oder als Privatmensch sind mit Zielen zukünftige Zustände oder Ergebnisse gemeint, die es zu erstreben bzw. zu erreichen gilt. Also der Neujahrsvorsatz endlich ins Fitnessstudio zu gehen und abzunehmen oder mehr Aufträge in der gleichen Zeit im Büro. Zuhause nicht mehr so viel miteinander streiten oder den nächste Schritt auf der Karriereleiter nehmen. Und so weiter.

Für diese Vorhaben gibt es in der Literatur und im Internet unzählige Literatur. Da will ich gar nicht tiefer darauf eingehen. Die bekannteste und sicherlich eine der effektivsten Zielformulierungen ist die S.M.A.R.T. Methode. Anhand von 5 Kriterien beschreibst du dein Ziel so umfassend, dass alles gesagt ist und du loslegen kannst.

SMART Methode

  • S = Spezifisch oder in unserem konkreten Sprachgebrauch „konkret“. „Schlank sein“ ist nicht ausreichend sondern muss schon zum Beispiel heißen „ich will 7kg abnehmen“.
  • M = Messbar muss es sein. Viel Geld haben reicht nicht aus. Es muss schon messbar sein, wieviel Geld konkret am Konto liegen muss, damit du für dich reich bist? 1 Mio. Euro? 5,629.732 Millionen Euro?
  • A = Attraktiv oder anders gesagt anstrebenswert oder aufregend. Für öde und fade Ziele bewegt sich niemand.
  • R = Realistisch. Nix utopisches wünschen, gell. „Ich will in meiner Pension viele Reisen machen“ aber keinen Cent monatlich zur Seite legen und sparen. Das wird nix.
  • T = Terminiert oder es braucht ein Datum. Denn gibt es kein Start bzw. Endedatum passiert es nie.

Die KarriereBibel hat das in diesem Artikel „SMART Methode„ganz ausgezeichnet noch weiter beschrieben. Für unsere Betrachtung braucht es dazu jetzt nicht mehr.

Hin-zu Ziele

Zurückgekommen auf die Ziele – ist dir etwas aufgefallen? Alles Bestreben dieser Ziele erfordern, dass du dir den Endzustand vorstellen kannst. Also zum Beispiel, wie du später aussiehst, wenn das mit dem Abnehmen geklappt hat. Oder in welches Büro du siedelst, wenn du es mit der Karriere geschafft hast oder in welches Luxushotel du auf Urlaub fährst.

Das mag bei materiellen Träumen ja noch ganz gut klappen und du findest auch noch ein Bild von dem Hotel in Bora-Bora, was aber ist mit den vielen Zielen, die eher Zahlen-basiert sind? Ganz oft in Unternehmen anzutreffen. Umsatz verdoppeln, Kosten einsparen um 17%, Kundenanzahl erhöhen um 30%, usw.

Aus eigener Erfahrung in meiner Laufbahn und unzähligen Gesprächen mit eigenen und anderen Führungskräften weiß ich, dass diese Ziele (so SMART sie auch definiert sein mögen), so unattraktiv sind, dass gar keine Sehnsucht zum Erreichen entsteht. Im besten Fall gibt es finanzielle Anreize, meistens wird auf die Belohnung vollkommen vergessen. Und sei es nur eine kleine Firmenfeier, ein Blumenstrauß als Dankeschön, usw. Vielleicht vergessen wir das gar nicht bewusst, aber unterbewusst. Und das Unterbewusstsein gewinnt fast immer. Führungskräfte fragen sich dann „wieso tun die nicht?“

Das Hin-zu ist zu wenig attraktiv, zu weit weg oder es gibt noch gar kein Bild zum Erfolg.

Aber: in jedem Menschen gibt es immer ein oder mehrere Hin-zu Ziele. Der Sinn des Lebens, das große Ganze, usw. Das, was man wirklich will und all das rundherum nur als Stellvertreter dafür steht. Wir Dinge tun, die keinen bewussten Sinn ergeben, aber unbewusst richtig sind – zumindest für das Hin-zu. Es ist jedoch bei ganz vielen Menschen im Unterbewusstsein vergraben. Muss erst gehoben werden. Wie das geht, aber separat in einem späteren Blog-Beitrag.

Weg-von Ziele

Viel besser (leider tickt das menschliche Gehirn so) ist es oftmals mit einem Weg-von zu starten. Denn das gelingt unserem Gehirn viel leichter. Nicht alle Menschen sind grundsätzlich zukunftsorientiert. Denn das hat auch Nachteile. Viele leben viel lieber im Jetzt. Und warum soll der was ändern, wenn es ihm oder ihr jetzt gut geht? Ganz abgesehen von jenen, die eh lieber alle früher-war-alles-besser leben. Nein, Spaß beiseite.

Wenn du schwer krank bist, kannst du dir „wieder gesund“ einfach nicht vorstellen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Wenn du seit langem unsagbar unglücklich mit deinem Körpergewicht bist, dann kannst du dir nach all den Diäten einfach nicht mehr vorstellen, wie sich schlank anfühlt. Du willst nur weg aus diesem Zustand. Wenn dein Arbeitsplatz seit langem sicher scheint und die Firma auf einmal eine Veränderungen nach der anderen auf dich hetzt, dann willst du nur mehr weg, dass das wieder weg geht.

Also weg-von hier.

Fazit: Es braucht beide. Weg-von wandelt sich zu Hin-zu

Wer es aus einer unglücklichen Beziehung hinaus geschafft hat (weg-von), wird sich irgendwann wieder einen Gegenüber wünschen und auf die Suche gehen (hin-zu). Also das Weg-von wandelt sich über die Zeit zu einem Hin-zu. Das ist ganz wichtig zu wissen.

Denn wenn du dich selbst reflektierst, musst du zuerst selbst verstehen, wie du gerade tickst. Es ergibt wirklich keinen Sinn, sich eine Mitgliedschaft im Fitnesscenter zu kaufen, wenn dein Leidensdruck, die Finger von der Naschlade zu lassen (weg-von) noch zu gering ist. Zuerst musst du dir klarmachen, was los ist, wenn du so weiter machst und das dann auch eine Zeit lang lebst. Denn der Wandel von deinem Weg-von zum Hin-zu Denken kommt unaufhörlich. Unklar ist nur wann. Aber es kommt.

Tipp: Gerade für Unternehmer und Führungskräfte ist es wichtig, Ihren Teams beide Welten zu zeigen. Du hast immer beide Typen in deinem Teams sitzen. Wovon wollen wir weg und weshalb? Wohin wollen wir dann später gelangen, wenn wir das weg-von geschafft haben.

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