In Lesenswertes

OK, zugegeben. Anfangs dachte ich mir, was soll denn das nun wieder? „LEGO Serious Play, spielend lernen und fürs Business obendrein geeignet“. Echt jetzt? Nachdem mir das jedoch von einem Freund erzählt wurde den ich sehr schätze, hat er meine Neugierde gewonnen. Ich hab’s ausprobiert.

Eric hat mich dann auch gleich mal zu einem Workshop in Wien eingeladen. In einer kleinen, erlesenen Runde aus Business-Profis, die ebenso neugierig waren wie ich, haben wir dieses LEGO-Ding ausprobiert.

Ich kann nur eins sagen – LEGO Serious Play rettet sicher nicht die Welt (das kann ja bekanntlich nur Nutella). Aber wirklich wichtige Meetings können so gerettet werden. Es hat sich gelohnt auszuprobieren. Werfen wir einen etwas genaueren Blick darauf.

Wenn Menschen in Meetings ihre Zeit verplempern

Wer hat nicht schon einmal an einem sinnlosen Meeting teilgenommen? Anstatt tatsächlich Dinge weiterzubringen, alle packen an und lösen Aufgaben nachhaltig, reden durchschnittlich 20% der Teilnehmer aber gleich mal 80% der Zeit. Und zwar über ihre Anliegen, aus ihrer Sicht und sind total zufrieden – mit sich. Der Rest der Mannschaft sitzt stumm da, verplemmert seine Verantwortung. Manche spielen am Smartphone oder mit ihren Gedanken, aber ihren Meinungen geben sie aus unterschiedlichen Motiven nicht Preis.

Tut mir leid, aber das ist Zeit versch…

LEGO-Serious-play

Das Prinzip von LEGO Serious Play

LEGO Serious Play (LSP) hat sich zum Ziel gesetzt alle Teilnehmer „zu Wort“ kommen zu lassen. Mit LEGO spielend, darf jeder seine Sicht der Dinge aufbauen. Mit eigenen Händen. Mit all den bunten Bausteinen und Figuren, ganz so wie wir so kennen. LSP berücksichtigt damit den Extravertierten ebenso wie den Introvertierten. Den auditiven, visuellen. motorischen oder auch kommunikativen Lerntyp. Die eine lernt durch hören (auditiv), der andere durch sehen (visuell), wieder eine andere durch begreifen (motorisch) und letztlich auch jene, die durch reden ihre Aufgaben klarer sehen und bewältigen.

Entwickelt wurde das Ganze über viel Jahre von der renommierten Beratungsfirma IMD – International Institute for Management Development in Lausanne, Schweiz. Da ist viel Gehirnschmalz hineingeflossen, dass es heute das kann, was es macht. Nämlich Meetings unsagbar effizient zu machen.

Wie läuft LSP ab

Aufwärmen

Beim Aufwärmen werden durch den Facilitator, sie oder er ist ein zertifizierter LSP-Trainer, der weiß wie’s geht, Aufgaben gestellt, die jeder einzeln für sich löst. Einen Turm bauen, eine Brücke, usw. Danach kommentiert jeder sein Bauwerk. Weshalb habe ich es so gebaut? In diesen Farben? Mit diesem Zweck? etc.

Jetzt geht's los

Danach kommt eine, der Zielsetzung des Meetings, nahe Aufgabe wie zum Beispiel „wo siehst du das Team in 3 Jahren“. Dann baut jeder sein ganz individuelles Bild der aktuellen Situation auf. Anschließend bespricht erneut jeder seinen Aufbau.

Was nämlich dabei passiert ist, dass jeder vom anderen ein Bild bekommt, wie sie oder er die Aufgabe sieht und gelöst hat.

Interessant dabei war zu erfahren, dass das ins Wort fallen zum Beispiel fast nicht mehr da war. Nachfragen respektvoll und bezogen auf die abgebildete Situation gemacht worden sind. Da wird nix persönlich. Und wenn doch, dann hat es wieder den Trainer im Raum, der hier professionell eingreift und diesen Konflikt an anderer Stelle parkt.

Alle gemeinsam

Selbstverständlich lassen sich die Einzelbilder auch zu einem Gesamtwerk zusammenstellen. So entsteht eine Abbildung der Situation unter Beteiligung aller. Da macht wirklich jeder mit. Du kannst gar nicht nicht mitmachen. Mit flexiblen Steckverbindern lassen sich dann auch noch Zusammenhänge oder Abhängigkeiten darstellen. Die Auswirkungen, wenn mal einer dieser Blöcke aus der Aufgabe ausreisst, werden sofort sichtbar. Weil andere Figuren und Bauten umfallen können.

Es ist wirklich alles sehr plastisch, einfach begreifbar und erfordert nicht viel Worte oder Zeichenkünste.

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So muss Meeting

All jene Führungskräfte oder Unternehmer*innen, die ihre Meetings, in denen es um wirklich knifflige Angelegenheiten geht, effizienter gestalten wollen, sollten sich LEGO Serious Play echt mal ansehen. Es gibt jedem Teilnehmer Raum und Freiheit, seine Sicht der Dinge so darzustellen, wie sie für sie oder ihn scheinen. Jeder im Team macht mit und trägt so zu einem gemeinsamen Verständnis und Vorankommen bei.

Wer Aufgaben wie Vision, Strategie und Ziele zu bewältigen hat, ist hier gut beraten mal hineinzulesen. Aber auch bei Teambuilding, Vertriebsplanung, Organisationsumbau, usw. ist es wirklich empfehlenswert, es auszuprobieren. Tun gewinnt immer!

Geht übrigens auch im privaten Umfeld. Hab ich gestern schon ausprobiert. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich die einfachsten Fragen und Aufgaben beim Gegenüber wahrgenommen werden können.

Mein Dank geht hier an Eric Hofmann, der mir als zertifizierter LSP Facilitator diese Methode gezeigt hat und all das was sie bewirken kann. Wer mehr dazu erfahren möchte – er hat auch eine Website www.spielendbesser.at

Ich empfehle aber ganz klar es auszuprobieren. Eric Hofmann veranstaltet sicher einen weiteren Workshop, wo du mit anderen gemeinsam diese Form von im Business vorankommen erleben lernen kannst.

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Ich bin gerade nicht online. Schreibe mir eine Email. Ichmelde mich so schnell ich kann. Beste Grüße, Wolfgang

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